Fazit

Wie man sieht, hat das Datensammeln 2 Seiten:

Die Eine ist eher Negativ: gesammelte Daten über eine Person können missbraucht werden, Unbekannte kennen Details über unser Privatleben, unser Verhalten, unsere Vorblieben und Ängste, etc. Weiter haben wir absolut keine Kontrolle, wer was über uns weiss.

Dann gibt es auch die Positive Seite: Dadurch, dass Staat und Wirtschaftsinstitutionen unsere Daten besitzen, können sie uns vor potenziellen Gefahren schützen, sie können das Angebot unseren Bedürfnissen entsprechend anpassen usw.

 

Schlussendlich liegt es in unserem Ermessen, was wir für sinnvoll halten. Da ist jedes Individuum selber gefragt und verantwortlich. V.a. bei privatwirtschaftlichen Institutionen ist es an uns, ob wir eine Kundenkarte oder eine Mitgliedschaft und somit ihre optimierte Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen – im Gegenzug stellen wir ihnen unsere Daten zur Verfügung.

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Ein Blick in die Zukunft…

Indoor-Tracking-Methode

Die Vorliegende Zusammenfassung stützt sich auf den Zeitungsartikel „Kundenführung mit Kamera und Smartphone“ vom Bund (veröffentlicht am 6. Januar 2014). Der Artikel ist nur für Personen, die ein Bund-Abonnement oder dort online registriert sind, zugänglich. Wenn dies der Fall ist, empfehlen wir, den Originalartikel zu lesen.

Zusammenfassung

Die Indoor-Tracking Methode soll das Einkaufsverhalten der Kunden im Warenhaus analysiert werden, was im Online-Handel schon längst gemacht wird. Dazu werden Technologien wie Videokameras, akustische Wellen oder Magnetfelder eingesetzt– alle Technologien haben das Ziel, die Laufwege der Kunden im Warenhaus in Echtzeit zu erfassen. Je nachdem, in welche Richtung der Kunde geht und wo er steht, kann passende Werbung auf sein Smartphone gespielt werden. „Somit entsteht eine digitale Bedarfsweckungswirtschaft, die gezielt Anreize setzt und den Kunden mit Lockangeboten ködert.“ Das soll dem Kunden den Kaufentscheid erleichtern, bzw. zum Kauf anregen. Nebenbei kann das Warenhaus mit den so gewonnen Daten ein Psychogramm über ihre Kunden erstellen.

Mit dem Indoor-Tracking System hat somit die Onlinewerbung auch das Offlinegeschäft erreicht.

Auch Google ist nicht untätig: Der Suchmaschinenanbieter ist seit einiger Zeit damit beschäftigt, seine Strassen-Karten zu erweitern. Dabei wird das Innere von Gebäude wie Museen, Flughäfen und Shopping-Centren vermessen. Aus diesen Daten können die Wege in Gebäuden aufgezeichnet werden. Die Kombination von den Wegangaben in Kaufhäusern mit den Diensten von Google-Glass (die Brille mit dem eingebauten Minicomputer können neben der Projektion von Daten ins Blickfeld auch Augenbewegungen und Emotionen analysieren) sieht dann wie folgt aus: „Stellt der Minicomputer fest, dass an einem bestimmten Standort – sagen wir, die Handtaschenabteilung einer Shoppingmall – sich die Augen schneller bewegen, kann es aus diesem Verhalten eine Präferenz ableiten und den Nutzer zum Kauf animieren (durch Werbung oder ähnliche Verlautbarungen).“

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Kritische Diskussion zu AGBs

Wie oft täglich im Internet das Häcken bei „Ja, ich habe die AGBs gelesen und bin damit einverstanden“ gesetzt wird, ohne das entsprechende Dokument angeschaut zu haben, ist unklar. Klar ist jedoch, dass es die meisten tun. In den AGBs stehen nicht nur Rechte und Pflichten von Nutzer und Anbieter, sondern auch was mit unseren Daten geschieht, wenn wir uns bei einem Dienst anmelden. Facebook ist hierfür nur ein Beispiel von vielen.

Im Rahmen des Studienfaches IGEP (Informationsgesellschaft, -ethik und –politik) im Studiengang für den Bachelor of Advanced Science: Information Science an der HTW Chur durften wir eine Lektion zu unserem Blog-Thema gestalten. Dafür haben wir uns ein Spiel ausgedacht, für welches unsere Kommilitonen und Kommilitoninnen eigens dafür erstellte AGBs unterschreiben mussten. Die wenigsten haben sie durchgelesen, und wenn dann nur überflogen. So konnten wir dann auch während dem Spielverlauf die AGBs ändern und so auch neue Spielregeln aufstellen, welche von allen befolgt werden mussten.

spiel
Spiel „Die Datenhamster“

 

Die Frage ist nun, ist der Anbieter, welcher unsere Daten sammelt und uns dafür aber gute Dienste leistet wirklich der „Böse“? Oder sind wir einfach die „Blöden“?

Egal ob MigrosCumulus, SBB WiFi-Nutzung, Facebook etc. Wer sich aufregt, dass diese Firmen unsere Daten sammeln, kann nicht behaupten, dass sie dies unrechtmässig tun. In den AGBs steht jeweils, welche Daten gesammelt werden und was damit geschieht. Da wir uns damit ja meistens sehr leichtfertig einverstanden erklären, haben wir also eigentlich kein Recht, uns darüber aufzuregen.

Ausserdem müssen wir uns auch darüber im Klaren sein, dass viele Dienste nur deshalb nach unseren Wünschen verbessert werden können, weil Daten über uns gesammelt und ausgewertet werden. Dies soll keinesfalls die grosse „Datenhamsterei“ völlig rechtfertigen.

Wichtig für die Zukunft ist sicherlich eine bessere Transparenz von staatlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen darüber was gesammelt wird. In einer so schnelllebigen Zeit wie heute hat schliesslich kaum jemand noch Zeit ellenlange AGBs durchzulesen. Doch auch wir Nutzer der jeweiligen Dienste sollten zukünftig zuerst überlegen, ob wir bereit sind, unsere Daten für die entsprechenden Dienst und Dienstoptimierung herzugeben und uns nicht im Nachhinein darüber aufzuregen.

Während unserer Arbeit an diesem Blog, haben wir einige AGBs durchgelesen. In der Regel, ist darin klar ersichtlich, welche Daten gesammelt werden und was damit geschieht. Um einiges schwieriger hat sich die Aufgabe erwiesen, herauszufinden, was der Staat alles über uns weiss…

Die von uns erstellten AGBs können auf Nachfrage angesehen werden.

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Weitere Beispiele von Privatwirtschaft und Staat

Bei der Diskussion um Datensammlung werden als negatives Beispiel oft Facebook und Google genannt. Wie wir auf unserem Blog bereits erfahren haben, werden Daten jedoch auch von Institutionen gesammelt, mit welchen wir fast täglich konfrontiert werden (Migros, Coop, Staat). Ein weiteres interessantes Beispiel aus unserem Nachbarland Deutschland erzählt Malte Spitz auf der Videoplattform ted.com.

Malte Spitz hat von seiner Telefongesellschaft, bei der er einen Mobiltelefon-Abonnement hat, Einblick in die über ihn in den letzten sechs Monaten gesammelten Daten verlangt. Nachdem er rechtliche Schritte dazu eingeleitet hat, erhielt er schlussendlich eine CD mit den entsprechenden Daten.

In Zusammenarbeit mit ZEIT ONLINE, erstellte er aus diesen Daten eine Internetseite um zu veranschaulichen, welche Information man aus diesen Daten ziehen kann. Nicht nur, wann er wo war, sondern auch, wann er wo wie viele Telefonate getätigt und erhalten hat, ist ersichtlich. Auch seine Social-Media-Aktivitäten können nachverfolgt werden.

Diese Daten werden über uns alle gesammelt, welche ein Mobiltelefon besitzen. Aber nicht nur Telefongesellschaften sammeln über Mobiltelefone Daten. In der Schweiz tun dies auch die Schweizerischen Bundes Bahnen.

Die SBB sammelt mit ihrem Free WiFi-Angebot beispielsweise Daten, welche für die Erbringung

des WiFi-Dienstes, zur Analyse des Reiseverhaltens für die laufende Verbesserung und Optimierung des Leistungsangebotes sowie zur persönlichen Ansprache im Rahmen von Kunden und Werbeinformationen notwendig sind oder aufgrund gesetzlicher Forderungen verlangt werden. Anders formuliert heisst dies, sie sammeln bei jeder Registration

  • Mobiltelefonnummer
  • MAC-Adresse des Endgerätes
  • Besuchter Bahnhofsbereich mit Uhrzeit und Datum
  • Anonymisierte Analyse des Bewegungsverhaltens d. Kundenverhaltens à Optimierung d. Personenhydraulik in den Bahnhöfen
  • Analyse d. Reiseverhaltens de. Kundens à Optimierung d. Leistungsangebots u. pers. Ansprache d. Kunden
  • Generieurng spezifischer Meldungen im Bereich der Kundeninformation

Jeder Nutzer willigt mit seiner ersten Registrierung ins WiFi-System der Datenerhebung von personenbezogenen Angaben ein. Die Daten werden während 12 Monaten personenbezogen aufbewahrt und danach anonymisiert. Gemäss AGB kann jedoch auch jeder Kunde die Registrierung am WiFi-Dienst durch eine E-Mail künden. Ab Empfang der Kündigungsmail wird die entsprechende Erhebung der personenbezogenen Angaben gestoppt. Der Kunde kann jedoch auch nicht mehr das WiFi nutzen. Nach der Kündigung bleiben die Daten noch 5 Jahre aufbewahrt.

Doch auch hier gilt: Wer die AGBs durchliest, weiss was gesammelt wird, und was damit geschieht!

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Reaktion der Bevölkerung

Schweiz

Am Dienstag, 10.12.2013, veröffentlichte das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) einen interessanten Artikel, der zur Frage „Wie reagiert die Bevölkerung auf die “Datenhamsterei“?“ passt. Der Bericht vom SRF basiert auf einer Studie der Universität Zürich.

Gemäss der Studie trauen Internetnutzer dem Staat mehr, als privatwirtschaftlichen Unternehmen in Bezug auf den Umgang mit ihren Daten. Dies ist vor allem in Hinsicht auf Veröffentlichungen von Edward Snowden sehr überraschend

„Unternehmen wird punkto Datenkontrolle mit grösserer Skepsis begegnet als dem Staat. Schweizer Internet Nutzer sind deutlich besorgter,  dass  ihr  Internet-Verhalten  von  Unternehmen  kontrolliert  wird (40%) als von der Regierung (26%). Diese Einschätzung ist trotz NSA-Skandal im Vergleich zu 2011 unverändert geblieben.“

Dennoch sind ca. 50 % der Befragten der Ansicht, es gäbe keine Privatsphäre im Internet. Allgemein sind vor allem jüngere Benutzer weniger besorgt um ihre Daten als ältere.

 

Europa / USA

Ein weiterer interessanter Beitrag zu diesem Thema wurde von der faz.net ende November 2013 veröffentlicht. Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema, wie unterschiedlich die Europäer und Amerikaner auf die Veröffentlichungen von Edward Snowden reagieren. Während sich die Europäer darüber aufregen, verstehen die Amerikaner nicht, warum die Europäer dies tun.

Dies, so der Artikel, liegt unter anderem in den verschiedenen Arten, wie Gesetze entstehen:

So schreiben die Europäer ihre Gesetze vorwiegend systematisch um z.B. Situationen präventiv entgegenzuwirken Die angelsächsischen Staaten hingegen verfolgen diesbezüglich eine eigene Strategie:

„Der angelsächsische Pragmatismus schlägt sich auch in der Rechtskultur nieder. Sie neigt weniger zu Prävention, System und Antizipation, sondern entwickelt sich anhand einzelner tatsächlich auftretender Problemfälle – archetypisch im Common Law.“

Das amerikanisch Vorgehen wiederspiegelt sich auch im Datenschutz wieder:

„Auch im Datenschutz liegt es für einen pragmatischen Zugang näher, erst auf den tatsächlichen Missbrauch von Daten zu reagieren als bereits auf das bloße Missbrauchspotential.[…] Die Angst vor dem Missbrauch sitzt nicht so tief, und es besteht ein historisch hinterlegtes Vertrauen darin, dass politischer Missbrauch auch politisch korrigiert werden kann. Dem Recht kommt gegenüber dem politischen Prozess eher eine nachgelagerte Funktion zu.“

Werden diese Unterschiede nun im Licht der Enthüllungen von Edward Snowden betrachtet, wird schnell klar, warum die Bevölkerungen Europas und die der USA so unterschiedlich reagieren. Für die amerikanische Bevölkerung ist das blosse Sammeln von Daten nicht so tragisch, da sie ja offiziell nicht missbraucht werden. Der Europäer fürchtet sich allerdings vor dem Datengesammel, da diese Daten missbraucht werden können.

„Vor dem Hintergrund des deutschen und auch europarechtlichen Verständnisses des Datenschutzes sind bereits die Überwachung und Datensammlung als solche ein Eingriff in ein Recht, dass der Abwehr von Missbrauchsgefahren gilt. Für die amerikanische Perspektive liegt es demgegenüber näher, nicht so sehr auf einen potentiellen, sondern einen tatsächlichen Missbrauch zu schauen.“

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Thementag Big Data

Beim Frauenhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) steht der heutige Tag ganz im Zeichen der Big Data.

Besucher der Veranstaltung können verschieden Vorträge zum Thema allgemein sowie zu „Big Data in Deutschland“ anhören. Für Interessierte gibt es auf der Website Links zu YouTube-Videos, Präsentationen etc.

 

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Weiter Beispiele aus der Privatwirtschaft: Google

Google ist DIE Suchmaschine im Internet. Neben der Suche nach Internetseiten bietet Google diverse Dienste an wie G-Mail, Google Scholar, Google Book, Google Maps, Google Earth, Google + und Street View, eine 360° Aufnahme der Strassen.

Google Street View

Im Jahre 2009 ist der Dienst Street View von Google in die Kritik von EDÖB gelangt: Google hat vor den Aufnahmen für Street View EDÖB unzureichende Angaben über das Vorhaben geliefert. So meldete Google, vor allem Stadtzentren abzulichten; veröffentlichten dann aber etliche Städte vollständig im Internet. Ausserdem wurden manche Gesichter und Autonummern für den Datenschutz zu wenig unkenntlich gemacht. Weiter ermöglicht die Höhe der Google-Kameras Einblicke in private Gärten und Höfe, die einem normalen Fussgänger verborgen blieben.

Nach den Veröffentlichungen von Street View im Jahre 2009 forderte EDÖB mehr Privatsphäre der abgelichteten sensiblen Daten, denen Google vorwiegend nicht nachkam. EDÖB zog den Fall vor das Bundesverwaltungsgericht, wo 2012 wie folgt darüber entschieden wurde:

  • Datenbearbeitung hat sich nach dem Schweizer Datenschutzgesetz zu richten, auch wenn dies im Ausland geschieht oder die Daten im Aussland gespeichert werden – sofern die Daten einen genügenden Bezug zur Schweiz hat
  • Gesichter und Nummernschilder von Autos sind gänzlich zu anonymisieren, bei der automatischen Anonymisierung wird eine Fehlertoleranz von rund 1 % gewährleistet
  • Automatische Anonymisierung ist ständig dem neusten technischem Standard anzupassen
  • Den Nutzer/innen einen gut sichtbare Link zur Verfügung stellen, worüber eine Anonymisierung verlangen werden kann
  • Vollständige Anonymisierung von Personen und Fahrzeugen in Umgebung von sensiblen Einrichtungen wie u.a. Gefängnis, Gerichte, Schulen, Spitälern etc.
  • Privatbereiche, die ein normalen Fussgänger nicht zu Gesicht bekommt, dürfen in Street View nicht zu sehen sein
  • Weiter Aufnahmen für Street View ist den Medien zu melden

EDÖB kontrolliert Google auf die Umsetzung der Anordnungen.

 

Offizielle Dokumente von EDÖB zum Fall  Google Street View siehe Archiv EDÖB und Tätigkeitsbericht EDÖB.

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